Camper-Route entlang der Costa da Morte in 5 Tagen: von Malpica bis Carnota
5-Tage-Camper-Route an der Costa da Morte in Galicien: Malpica, Camariñas, Muxía, Fisterra, Ézaro und Carnota. Übernachten, Küstengesetz und Wetter.
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Die Costa da Morte („Küste des Todes”) trägt ihren Namen nicht zufällig. Jahrhundertelang haben ihre Klippen, Riffe und Stürme Hunderte von Schiffen verschlungen, und noch heute peitscht der Atlantik mit beeindruckender Kraft gegen diese Ecke Galiciens.
Doch hinter dem Namen verbergen sich einsame Leuchttürme, wilde und fast menschenleere Strände, Heiligtümer direkt am Meer, ein Wasserfall, der direkt in den Ozean stürzt, und einige der besten Entenmuscheln der Welt. Für uns ist es eine der ursprünglichsten Van-Routen der Iberischen Halbinsel.
Wir schlagen dir 5 Tage von Nord nach Süd vor, von Malpica bis Carnota, mit ungefähren Kilometerangaben, entspannten Übernachtungsmöglichkeiten und allem, was du über die Regeln an der galicischen Küste wissen musst.
Die Reise auf einen Blick
- Dauer: 5 Tage / 4 Nächte.
- Gesamtstrecke: Ca. 200–250 km (von A Coruña bis Muros).
- Beste Reisezeit: Juni bis September. Der September ist unser Favorit: weniger los und das Meer noch mild (für Galicien).
- Fahrschwierigkeit: Gering bis mittel. Kurvige Nebenstraßen und einige enge oder unbefestigte Zufahrten zu Leuchttürmen und Stränden.
- Wichtigste Regel: Das Küstengesetz (Ley de Costas). Keine Übernachtung an Stränden, Dünen oder in Schutzgebieten.
1. Die Route im Überblick
| Tag | Etappe | ca. km | Highlights |
|---|---|---|---|
| 1 | A Coruña – Malpica – Laxe | 70 | Hafen von Malpica, Sisargas-Inseln, Dolmen de Dombate |
| 2 | Laxe – Camariñas | 35 | Cabo Vilán, Englischer Friedhof, Klöppelspitze |
| 3 | Camariñas – Muxía – Fisterra | 60 | Virxe da Barca, Kap Fisterra bei Sonnenuntergang |
| 4 | Fisterra – Ézaro – Carnota | 40 | Wasserfall von Ézaro, Strand und Hórreo von Carnota |
| 5 | Carnota – Muros | 25 | Monte Pindo, Fischerort Muros |
Ungefähre Kilometerangaben; sie variieren je nach Abstechern zu Leuchttürmen und Stränden.
2. Tag 1: Malpica und Laxe
Verlass A Coruña am Morgen, und in knapp einer Stunde bist du in Malpica de Bergantiños, einem echten Fischerhafen mit bunten Booten und den Sisargas-Inseln vor der Küste. Steig zum Aussichtspunkt an der Einsiedelei San Adrián hinauf – dort hast du den besten Blick.
Auf dem Weg nach Laxe lohnt sich ein Abstecher zum Dolmen de Dombate in Cabana de Bergantiños: eines der bedeutendsten Megalithdenkmäler Galiciens, geschützt unter einer modernen Überdachung. Wenn du Entenmuscheln magst, bist du hier im Revier des Roncudo (Corme), dessen Percebes in ganz Spanien berühmt sind.
Den Tag beendest du in Laxe mit seinem langen, ruhigen Stadtstrand – ideal für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang.
3. Tag 2: Camariñas und Cabo Vilán
Camariñas ist berühmt für seine Klöppelspitze (Palilleiras): Du siehst Frauen, die vor ihrer Haustür arbeiten, und Läden mit handgefertigten Stücken.
Vom Ort aus folgst du der Küstenstraße bis zum Leuchtturm Cabo Vilán, einem der spektakulärsten Galiciens, auf einem Felsen, an dem unten das Meer bricht. Weiter nördlich liegt der Cemiterio dos Ingleses (Englischer Friedhof), wo die Seeleute der 1890 gesunkenen HMS Serpent begraben wurden.
- Achtung bei der Zufahrt: Ein Teil der Küstenpiste zum Friedhof ist eng und möglicherweise nicht asphaltiert. Mit einem großen Camper geh lieber von einem sicheren Parkplatz aus zu Fuß oder fahr mit dem Rad.
4. Tag 3: Muxía und Fisterra
Vormittag: Muxía
In Muxía steht das Heiligtum Virxe da Barca direkt auf den Felsen, unmittelbar an der Brandung. Daneben liegen die legendären Steine (wie die Pedra de Abalar) und die Skulptur A Ferida („Die Wunde”), die an die Prestige-Ölkatastrophe von 2002 erinnert. Steig auf den Monte Corpiño, um die ganze Landspitze von oben zu sehen.
Nachmittag: Fisterra
Von Muxía sind es etwa 30 km bis Fisterra. Bummle durch den Hafen und heb dir das Beste für den Schluss auf: das Kap Fisterra mit seinem Leuchtturm und dem Kilometerstein 0,000 des Jakobswegs. Die Sonne von hier aus im Atlantik versinken zu sehen, ist einer dieser Momente, für die sich die ganze Reise lohnt.
- Tipp: Im Sommer ist der Parkplatz am Kap zum Sonnenuntergang überfüllt. Fahr früh hinauf oder lass den Van weiter unten stehen und geh zu Fuß.
5. Tag 4: Wasserfall von Ézaro und Carnota
Die Fervenza do Ézaro ist die Mündung des Flusses Xallas, der als Wasserfall direkt ins Meer stürzt. Die Wassermenge hängt größtenteils vom Wasserkraftwerk ab und kann daher von Tag zu Tag stark schwanken. Wenn du zum Aussichtspunkt von Ézaro hinauffahren willst, bedenke, dass die Straße extrem steil ist: nicht für jeden Van geeignet.
Wenige Kilometer weiter liegt Carnota mit einem der längsten Strände Galiciens, etwa 7 km weißer Sand und Dünen. Bleib auf den Holzstegen: Das Dünensystem steht unter Schutz. Im Ort solltest du dir den Hórreo von Carnota nicht entgehen lassen, einen der größten Getreidespeicher Galiciens.
6. Tag 5: Monte Pindo und Muros
Wenn du Lust auf eine Wanderung hast, bietet der Monte Pindo (der „keltische Olymp”) Granitpfade mit Blick über die ganze Küste. Wähle eine markierte Route und unterschätze weder Hitze noch Nebel.
Zum Abschluss geht es nach Muros, einem Fischerort mit Arkaden und steinerner Altstadt, schon an der Ría de Muros e Noia. Von hier aus ist Santiago de Compostela gut eine Stunde entfernt.
7. Übernachten und das Küstengesetz
- Kommunale Wohnmobilstellplätze: Mehrere Gemeinden der Gegend haben eigene Stellplätze. Sie sind die bequemste und legale Option.
- Campingplätze: Es gibt sie entlang der gesamten Route, vor allem rund um Fisterra und Carnota. Im August solltest du reservieren.
- Küstengesetz (Ley de Costas): Es verbietet das Parken und Fahren im öffentlichen Küstenbereich (Strände, Dünen, Klippen) und beschränkt die Nutzung in der Schutzzone dahinter. Dazu kommen viele Gemeinden mit Verordnungen, die das Übernachten in Küstennähe verbieten. Bußgelder sind in Galicien im Sommer häufig.
- Schutzgebiete: Ein Teil dieser Küste gehört zum Natura-2000-Netz. Kein Campen, keine Tische oder Stühle draußen.
Wir fassen alles in unserem Rechtsratgeber zum Campen und Parken in Spanien zusammen: parken ja, campen nein, und immer weg vom Sand.
8. Wetter und Küche
Das Wetter
Hier hat der Atlantik das Sagen. Selbst im August kann es Nebel, starken Wind und Tage mit 18 °C geben. Pack warme Kleidung, eine Regenjacke und Auffahrkeile für unebenen Untergrund ein. Bei Sturm halte dich von den Felsen an den Kaps fern: Die Wellen hier sind tückisch.
Was du essen solltest
- Percebes (Entenmuscheln): der König der Costa da Morte. Der Preis schwankt stark je nach Saison und Seegang.
- Pulpo á feira (Oktopus nach galicischer Art) mit Kartoffeln.
- Empanada (mit Kammmuscheln, Thunfisch oder Sardinen).
- Seespinne, Scheidenmuscheln und frischer Fisch direkt aus den Fischhallen der Häfen.
- Albariño- oder Ribeiro-Wein und zum Abschluss eine Queimada, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
9. Praktische Tipps für Vans
- Wasser und Entsorgung: Such dir die Stellplätze mit Service vor der Abfahrt heraus; nicht alle haben welchen, und manche schließen außerhalb der Saison.
- Pisten zu den Leuchttürmen: Viele sind eng und ohne Ausweichstellen. Im Zweifel parken und laufen.
- Wind: Wenn du ein Aufstelldach hast, öffne es nicht bei starkem Wind und park mit der Front in den Wind.
- Tanken: In den größeren Orten (Carballo, Cee, Muros) gibt es Tankstellen, auf den abgelegeneren Abschnitten werden sie jedoch rar.
10. Häufige Fragen
Darf ich in Galicien im Van am Strand schlafen?
Nein. Das Küstengesetz und kommunale Verordnungen verbieten es an den meisten Stränden und Küstenabschnitten. Nutze Wohnmobilstellplätze, Campingplätze oder innerörtliche Parkplätze, wo es erlaubt ist.
Wie viele Tage brauche ich für die Costa da Morte?
Mit 5 Tagen siehst du das Wesentliche in Ruhe. Mit 3 Tagen schaffst du Muxía, Fisterra, Ézaro und Carnota, aber eher im Eiltempo.
Wann ist der Wasserfall von Ézaro am schönsten?
Nach Regenfällen und wenn das Kraftwerk mehr Wasser ablässt. Erkundige dich vorher bei der Touristeninformation von Dumbría.
Lässt sich die Route mit einer anderen kombinieren?
Ja. Wenn du aus dem Osten kommst, passt sie perfekt zu unserer 7-Tage-Camper-Route durch Asturien und die Picos de Europa.
Marcos & Elena | Outdoor-Experten
RedaktionUnabhängige Reisende, die seit über 8 Jahren Fahrzeuge ausbauen und die Iberische Halbinsel bereisen. Alle Routen, Stellplätze und Schaltpläne in diesem Blog wurden vor Ort sowie anhand offizieller Verkehrs- und Umweltvorschriften überprüft.
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